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Die schwarze Karte
"Ich danke meinen Eltern für die Grundlagen meiner Lebenseinstellung - und meiner Frau, dass sie trotz der Dopingthematik noch mit mir verheiratet ist." Ralf Meutgens - Doping im Radsport
03.03.2010 Jetzt hat man es also mal wieder erkannt, das Zeichen auf der Stirn der Sportfunktionäre: man hat schwere und schwerste Verletzungen bis hin zum Tod des georgischen Rodlers für das große Spektakel mehr oder weniger billigend in Kauf genommen. Okay, Berufsrisiko, werden da manche sagen, das ist auch durchaus legitim dies so zu sehen, und irgendwo gilt auch immer noch der alte Grundsatz: "Wenn er es überleben tut, dann wird er nachher interviewt!". Natürlich, das war spannend, kommen die Viererbobs unten an, und, wenn ja, auch auf den Kufen? Das war spannend, das war dramatisch. Ich sehe das auch durchaus mit etwas Selbstironie, ja, so ist nun mal der Sport. Vielleicht bin ich auch nur ein besonders großer Hasenfuß, aber meines Wissens ist z. Bsp. kein Radfahrer auf eine möglichst haarige Streckenführung mit ungesicherten Inseln und extrem gefährlichen Abfahrten erpicht. Dass man bei einer neu konstruierten Bahn dann die höchste Geschwindigkeit weltweit erzielt, ein Zufall? Klar ist mal folgendes: die Einstellung, wie sie offenbart wurde, verträgt sich in keinster Weise mit der Anti-Dopingnummer - genauso wenig, wie sich Radsportboykott aufgrund des doch so gesundheitsschädlichen Dopings und gleichzeitiges Investieren von Millionen in Profiboxen verträgt, wie ich hier auch mal erwähnte. Das wird manche überraschen, aber ich sehe das genauso wie Bode Miller, die Verantwortlichen sind vermutlich selbst auf Drogen, das ganze System krank und eine große Heuchelei, eben eine Verschwörung auf breiter Basis. Bezeichnend dafür war auch, dass der ehemalige grüne Bauminister von NRW, den es irgendwe zum Sport verschlagen hat, mit standing ovations die Goldmedaille "unserer" Mädels beim Eisschnellauf-Teamwettbewerb bejubelte. Peinlicher geht's kaum, wenn man bedenkt, dass er nur wenige Wochen zuvor Claudia Pechstein systematisches Blutdoping unterstellte. Nicht, dass ich daran zweifeln würde, Herr V. hat möglicherweise weitere Infos (zumindest hat er sich so verhalten), aber wie wenig Sachkenntnis muss man haben, wenn man gleichzeitig Sportlerinnen bejubelt, die praktisch gleichwertig oder sogar noch besser sind als Pechstein. Bei etwa gleichen Voraussetzungen ist es nahezu ausgeschlossen, dass ein sauberer Athlet gegen einen systematisch mit Blut dopenden Athleten eine Chance hat. Widerlich, und beim nächsten Dopingfall steht Herr V. wieder vor den Kameras und ist sehr schockiert. Generell traurig ist natürlich, dass die kaputten Sportfunktionäre über Jahrzehnte, selbstverständlich ehrenamtlich, auf der Bildfläche sind, die Sportler selbst kommen und gehen, sind austauschbar. Den Bogen zum Triathlon könnte man problemlos hinbekommen, z.Bsp. will der RTV in Zukunft von allen Veranstaltern einen Euro pro Teilnehmer für Anti-Dopungkontrollen haben. Was soll der Stuß? Da sollte man lieber einmal mit offenen Augen beim Ligarennen stehen und registrieren, dass durch die ständige massive Verletzung der elementarsten Regel im Triathlon die Rennen über Jahre hinweg völlig irregulär waren. Der ehemalige HTV-Präsident hat das zumindest schon mal erkannt und als einziger LV-Präsident angesprochen, immerhin. Ich kann gar nicht ausdrücken, wie mich diese Heuchelei anwidert, zum Glück gibt's dafür sehr sprachgewandte Leute, z. Bsp. hier beim Sportgespräch. Das habe ich schon seit Jahren als podcast abonniert, da kann man sich während der Hausarbeit immer ganz gut über die neuesten Schweinereien informieren.
19.08.08 So, endlich mal etwas Neues hier im Bereich Sport- und allgemeine Gesellschaftskritik. Olympia gibt im Moment schon genug Stoff...Lesestoff, meine ich, aber jetzt erstmal die links auf eine alte und neuerdings auch noch preisgekrönte Spiegel-story und deren Zustandekommen: Die fast schon legendäre Story: "Die Werte spielen verrückt" Der Hintergrund: Die große Informantenverbrennung Ein aus meiner Sicht entlarvendes Interview mit den Autoren und alles nochmal kompakt: http://www.message-online.com/83/volltext83.pdf
24.05.07 Thomas Kistner, Süddeutsche Zeitung Der Sport ist in weiten Teilen schlechter als die Gesellschaft. 24.05.07 Evi Simeoni, FAZ 27.02.07 Wien:
26.02.07 Bild der Woche
Besser geht's nicht..." STADA schätzt das zukünftige Umsatzpotenzial für Erythropoetin-zeta nach wie vor auf bis zu 70 Millionen Euro pro Jahr. Durch zusätzliche Vermarktungspartner könne dieses Potenzial noch erhöht werden, hieß es in der Mitteilung." 20.01.07 spiegel-online Irgendwann macht es halt bumm12.01.07 tazDer Sport ist gemein
13.12.06 Berliner Zeitung Arrangement auf Geld
22.11.06 Berliner Zeitung Ganz hoch am Galgen
21.11.06 Berliner Zeitung
20.11.06 Süddeutsche Zeitung Idiotentest reicht nicht
15.11.06 Torte: Operation gelungen? Patient tot?
31.07.06 Kleiner Junge
28.07.06 Torte Im Zweifelsfall: Abschalten?
01.07.06 Berliner Zeitung
14.07.06 Vive la France! Eigentlich wollte ich einen eigenen Kommentar zur aktuellen Dopingdiskussion verfassen, aber es wird schon soviel geschrieben, und ab und zu gibt es auch etwas von den Überzeugungstätern, auf die ich auch gern verlinke.
Noch ein paar lustige Sprüche: Andreas Klöden: "Solange seine Schuld nicht bewiesen ist, ist er für mich sauber. Die Mannschaft wird in den nächsten drei Wochen für Jan kämpfen."
Peter Sager (Jan Ullrichs Entdecker und langjähriger Trainer aus Rostock): "Das ist der Hammer. Ich kann es immer noch nicht glauben - und will es nicht glauben. Ich denke, Jan sollte in die Offensive gehen und eine DNA-Analyse machen, um die Sache aus der Welt zu schaffen."
Reiner Calmund: "Jan Ullrich tut mir leid, ich hoffe dass sich die Angelegenheit noch zu seinen Gunsten aufklärt, er hat großes für den Radsport geleistet." Georg Totschnig: "Im ersten Moment bin ich geschockt gewesen." Udo Bölts: "Naja, Rudy Pevenage hat ja ein sehr enges Verhältnis zu Jan. Es scheint der Beweis dafür zu sein, dass Ullrich nicht allein auf solche Ideen kommt. Dass die beiden mit dem spanischen Arzt Fuentes zusammengearbeitet haben, scheint ja bewiesen. Ich denke, es wäre jetzt das Beste, wenn Ullrich jetzt sofort eine DNA-Analyse macht." Rudolf Scharping: "Die Entscheidung des Teams T-Mobile ist klar und konsequent. Sie macht deutlich: Für einen sauberen Radsport wird gehandelt, gleich, um welchen Namen es im Einzelnen geht. Der Bund Deutscher Radfahrer unterstützt diese Linie. Denn nur ein sauberer Sport kann sich die überaus große Popularität, das Vorbild für jüngere Menschen und auch das Vertrauen der wirtschaftlichen Partner erhalten."
Mein Favorit davon ist mal wieder Rudolf "Jan und ich haben ein sehr herzliches Verhältnis" Scharping. Auch nicht schlecht und stellvertretend für die Qualität der öffentlich-rechtlichen Berichterstattung ist das statement von Marcel Wüst: "Das wäre eine Katastrophe, wenn sich die Vorwürfe als unwahr herausstellen sollten....und das Schlimmste wäre jetzt, wenn sich die Vorwürfe bestätigen würden."
Wer schockiert ist oder wer überrascht tut, dem gehört sofort die Lizenz entzogen. 8 Jahre nach Festina, 8 Jahre nach einem ersten radikalen Durchgreifen der französischen Staatsgewalt wird in Deutschland immer noch gemauert und wer die skandalöse Berichterstattung der ARD beobachtet und insbesondere die gestrige frühmorgendliche Übertragung von "Ist der Radsport noch zu retten?" gesehen hat, der hat auch nicht viel Hoffnung, dass es in 8 Jahren anders sein wird, zumal ausgerechnet der neue/alte Boss des deutschen Sports schon in der Vergangenheit sehr merkwürdige Äußerungen zu Anabolika abgegeben hat. Belgien, Italien, Frankreich, Spanien....Verdammt, nur noch in Deutschland darf man ungestört rauchen und dopen! Vive la France!
02.07.06
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